„2 Years After xplore“ – Rückblick auf ein Event, das Brücken schlägt

Am 30. Oktober 2025 fand das Online-Event „2 Years After xplore“ statt – ein digitales Wiedersehen von Menschen, die durch den internationalen Technologie- und Bildungswettbewerb xplore verbunden sind. Organisiert wurde die Veranstaltung von der TechEducation. Rund 40 Teilnehmende aus verschiedenen Ländern und Institutionen kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Projekte vorzustellen und neue Ideen zu entwickeln. 

Doch das Event war mehr als ein Wiedersehen: Es war auch eine Gelegenheit, gemeinsam zu reflektieren und nach vorne zu blicken. 
Was hat sich seitdem entwickelt? 
Welche Projekte leben weiter? 
Und wie können wir eine Alumni-Community aufbauen, die echten Mehrwert bietet? 

Neben den Vorträgen und Projektpräsentationen bot das Event auch Raum für informellen Austausch und aktives Netzwerken. In thematischen Breakout-Räumen konnten sich die Teilnehmenden zu Projekten, Kooperationen oder einfach bei einem virtuellen Kaffee kennenlernen und vernetzen. 

Werte, Sinn und Wirkung – Keynote von Selina Kerscher 

Selina Kerscher, ehemaliges Jury-Mitglied und heute Forscherin an der Universität Genf, sprach über die Werte, die xplore vermittelt: Nachhaltigkeit, Engagement und technologische Innovation. 
„Bedeutung entsteht, wenn wir etwas tun, das über uns selbst hinausgeht – etwas, das anderen Menschen oder Lebewesen zugutekommt.“ 
Sie zeigte auf, wie solche Projekte Sinn stiften – für die Teilnehmenden und für die Gesellschaft. Besonders hob sie hervor, wie wichtig es ist, dass junge Menschen durch Technologie gesellschaftliche Herausforderungen aktiv angehen. Ihre Worte motivierten und regten zur Reflexion an. 

Digitale Bildung neu gedacht – Matias Kippke 

Matias Kippke, Gewinner der Kategorie Education 2023 und Projektmanager bei Plexigrid, präsentierte die Weiterentwicklung seines Projekts: eine digitale Lernumgebung für E-Mobility basierend auf digitalen Zwillingen. 
„Wenn wir in Zukunft Fachkräfte für die Elektrifizierung brauchen, müssen wir ihnen heute den Zugang zu Technologie ermöglichen – unabhängig vom Standort.“ 
Er verdeutlichte, wie virtuelle Lernräume neue Perspektiven eröffnen – insbesondere für Regionen mit begrenztem Zugang zu technischer Infrastruktur. Sein Projekt vereint Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und Bildung und zeigt eindrucksvoll, wie xplore über den Wettbewerb hinaus nachhaltige Impulse setzen kann 

Praxis trifft Bildung – Stefan Manemann 

Stefan Manemann, Abteilungsleiter und Lehrer an der BBS II Wolfsburg sowie mehrfacher xplore-Teamleiter, stellte beeindruckende Schulprojekte vor: smarte Heizsysteme, E-Bike-Ladestationen und sogar ein Bienenmonitoring. 
„Ich denke, wir haben so viele Herausforderungen – KI, Klimawandel, smarte Geräte, Cloud-Systeme – und wir können sie nur gemeinsam lösen.“ 
Seine Botschaft: Schülerinnen können aktiv zur Energiewende beitragen – wenn man ihnen die richtigen Werkzeuge und Räume zum Mitgestalten gibt. Besonders eindrucksvoll war die Umsetzung eines intelligenten Heizsystems, das CO₂ misst, Fenster erkennt und nur belegte Räume beheizt – entwickelt und installiert von Schülerinnen. 

Aquaponik für die Raumfahrt – Glenn Williams und Team 

Das Team der Harrisburg University zeigte, wie aus einem xplore-Projekt ein NASA-unterstütztes Forschungsvorhaben wurde. 
„Was wir für eine Mars-Mission entwickeln, kann auch in Harrisburg helfen – denn Ernährungssicherheit ist überall ein Thema.“ – Glenn Williams 
Ihr Ziel: ein automatisiertes Aquaponik-System für Langzeitmissionen im All – und eine Lösung für Lebensmittelwüsten auf der Erde. Die Verbindung von Bildung, Forschung und sozialer Verantwortung macht ihr Projekt zu einem starken Beispiel für die Wirkung von xplore über den Wettbewerb hinaus. 

Auch ehemalige und aktuelle Studierende kamen zu Wort: 

 Jeffrey Gleiter, heute Ingenieur bei Phoenix Contact USA, berichtete von seinem Weg: 
„Jetzt bin ich auf der anderen Seite – ich baue die Produkte, die wir damals im Wettbewerb eingesetzt haben.“ 
Er engagiert sich heute für Bildungsprojekte und Wettbewerbe, um anderen Schüler*innen ähnliche Chancen zu ermöglichen. 

 Logan Trimmer, aktueller Student, entwickelt das Aquaponik-System weiter – mit Blick auf die Raumfahrt: 
„Unser Ziel ist ein vollständig geschlossenes System, das Meereslebewesen und Pflanzen gemeinsam versorgt – für längere Missionen im All.“ 
Er arbeitet an einer flexiblen Steuerung und nutzt 3D-Druck, um Komponenten für das System zu gestalten. 

Gemeinschaft gestalten – Der Start einer Alumni-Plattform 

Im letzten Teil des Events wurde diskutiert, wie eine xplore-Alumni-Community aussehen könnte. 
„Wir brauchen einen Spielplatz für Technologie und Bildung – einen offenen Raum für neue Ideen.“ – Klaus Hengsbach 
Ideen wie regelmäßige Online-Treffen, gemeinsame Projekte, Hackathons und thematische Deep-Dives wurden gesammelt. Der Wunsch nach Austausch und Zusammenarbeit war deutlich spürbar. Die Teilnehmenden betonten, wie wichtig es ist, auch zwischen den Wettbewerben in Kontakt zu bleiben. 

Adriano Mones Bayo, Bereichsleiter Spanien und LATAM bei Phoenix Contact e-mobility, brachte dabei eine praxisnahe Perspektive ein: 
„Unsere Steuerungstechnologie – ob virtuell oder physisch – spielt eine zentrale Rolle im Energiemanagement. Bildung muss hier ansetzen, und genau das tun wir mit EduNet.“ 
Er unterstrich, wie wichtig es ist, Studierende frühzeitig mit realitätsnaher Technologie vertraut zu machen – sowohl im industriellen als auch im virtuellen Kontext. Die Verbindung von Digitalisierung, Energieeffizienz und Bildung sei entscheidend für die Zukunft. 

Fazit 

Das Event „2 Years After xplore“ zeigte, wie sich Projekte und persönliche Entwicklungen seit dem Wettbewerb konkret weiterentwickelt haben. Einige Initiativen wurden ausgebaut und finden heute Anwendung in Bildung, Industrie oder Forschung – etwa in Form digitaler Lernumgebungen, nachhaltiger Schulsysteme oder internationaler Forschungskooperationen. 

Die Beiträge verdeutlichten, dass xplore nicht nur Impulse für technologische Innovationen setzt, sondern auch langfristige Bildungsprozesse unterstützt. Ehemalige Teilnehmende engagieren sich heute in der Industrie oder Forschung und bringen ihre Erfahrungen in neue Projekte ein. 

Die Diskussion zur Alumni-Community lieferte erste Ansätze für eine strukturierte Vernetzung: Regelmäßiger Austausch, gemeinsame Aktivitäten und praxisnahe Formate wurden als zentrale Elemente genannt. Der Wunsch, auch außerhalb des Wettbewerbs in Kontakt zu bleiben und voneinander zu lernen, war deutlich spürbar. 

Insgesamt wurde klar: xplore wirkt über das Event hinaus – durch Projekte, Menschen und den gemeinsamen Anspruch, Technologie sinnvoll einzusetzen. 

„2 Years After xplore“ – Rückblick auf ein Event, das Brücken schlägt
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